: "e-Residency" im Selbstversuch

Ich werde Este!

Seit einem Jahr kann jeder Este werde. Ganz entspannt von Zuhause aus. Seite aufmachen, Formular ausfüllen, 50 Euro bezahlen. Fertig. Noch bin ich ein wenig skeptisch. © Alexander Hertel

Seit einem Jahr kann jeder Este werde. Ganz entspannt von Zuhause aus. Seite aufmachen, Formular ausfüllen, 50 Euro bezahlen. Fertig. Noch bin ich ein wenig skeptisch. © Alexander Hertel

Das mit dieser Freiberuflichkeit hat schon seine Vorteile. So kann man sich selbst spannende Themen an spannenden Orten suchen. Und wenn man die Geschichte gut genug verkauft, wird dann Arbeit daraus. Und weil genau das klappt, werde ich jetzt Este! Aber der Reihe nach.

Schon seit längerem setzt das ziemlich coole kleine Land im Nordosten Europas aufs den digitalen Fortschritt. So haben die Esten ein verfassungsmäßig verbrieftes Recht auf Internet, in ganz Tallinn kann man kostenlos im Internet surfen und seit einigen Jahren kann ein Este fast alle Amtsgänge online erledigen.

Mit so einer Karte soll jeder in den Genuss der digitalen Verwaltung Estlands kommen. Quelle: Screenshot

Mit so einer Karte soll jeder in den Genuss der digitalen Verwaltung Estlands kommen. Quelle: Screenshot

So kann man bequem vom Sofa aus wählen, seine Steuererklärung abgeben oder innerhalb eines Tages ein Unternehmen gründen. Damit diese Tekki-Träume dem Land auch wirtschaftlich etwas bringen, kam Estland vergangenes Jahr auf eine großartige Idee: Die „e-Residency“ für jedermann.

Klingt cool, dachte ich mir schon damals und wollte das irgendwann ausprobieren. Nun habe ich das ganze auch als Radioreportage an den zahlenden Mann, respektive Radiosender gebracht und gehe es also endlich an. Heute habe ich deshalb erstmal meine Anmeldeformular abgeschickt. Ganz unspektakülar vom Schreibtisch aus. Aber genau darum geht es ja.

Ein paar persönliche Daten, Ausweis-Scan und ein kurzes Motivationsschreiben. Das reicht am Anfang, um sich um die e-Residency zu bewerben. Quelle: Screenshot

Ein paar persönliche Daten, Ausweis-Scan und ein kurzes Motivationsschreiben. Das reicht am Anfang, um sich um die e-Residency zu bewerben. Quelle: Screenshot

Sobald mich die estnischen Behörden überprüft haben, darf ich mir meine ID-Karte dann abholen, die mich offiziell zum e-Esten macht. Und weil der Gang zur Botschaft in Warschau nicht gerade spannend wäre, gehts dafür ab nach Tallinn. Dort darf ich dann gleich noch heraus finden, was die Esten demnächst für coole Projekte planen. Und ich kläre natürlich wichtige Fragen:

  • Wie einfach ist es wirklich, Este zu werden. Und ist man das mit e-Residency überhaupt?
  • Was habe ich davon? Vor allem, wenn ich gar nicht in Estland lebe?
  • Und was sagt das Finanzamt Jena dazu, wenn ich meine Steuererklärung demnächst in Estland machen will?

Viele Fragen, noch mehr Vorfreude. Aber jetzt heißt es aber erstmal warten. Insgesamt vier Wochen soll der Prozess dauern. Wie es weiter geht, werde ich dann hier dokumentieren. Bis dahin arbeite ich schon mal an meiner Integrationsfähigkeit. In dem Sinne: Peatse jällenägemiseni!

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